Das AEZ Ohrbeck bei Osnabrück

 
 
Das Arbeitserziehungslager Ohrbeck bei Osnabrück war eines von über 100 AZ-Lagern, die während des 2. Weltkriegs im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten existierten. Eingerichtet von der Gestapo, sollten sie dem Zweck dienen, ausländische Arbeiter, die für die deutsche Kriegswirtschaft Zwangsarbeit leisteten, zu disziplinieren und ihren Widerstandswillen zu brechen.

Im Augustaschacht, einem früheren Schachtgebäude in der Nähe eines Hüttenwerkes, litten von Januar 1944 bis zur Auflösung des Lagers im April 1945 mehr als 2000 Häftlinge aus fast 20 Nationen an Hunger und Kälte, Erniedrigung und Krankheit, Schlägen und Folter. Mindestens einhundert von ihnen verloren ihr Leben durch die unmenschlichen Bedingungen im Läger, im Hüttenwerk oder beim Beseitigen von Trümmern und Blindgängern in der Stadt Osnabrück.

Dem Verfasser ist es in etwa 1300 Fällen gelungen, ihre Einweisung in das AZL Ohrbeck anhand der Kartei zu den verlorengegangenen Akten der Gestapo-Außendienststelle Osnabrück zu belegen. Im Zuge mehrjähriger Recherchen und durch die Kontaktaufnahme mit früheren Häftlingen und Zeitzeugen entstand so eine umfassende Dokumentation über das Lager im Augustaschacht, an dem die Schrecken des NS-Regimes in der Region Osnabrück wie in einem Brennpunkt erscheinen. Zu den Quellen zählen neben einer Reihe von Archivbeständen und gerichtlichen Aussagen aus der Nachkriegszeit das "Kriegstagebuch" der Georgsmarienhütte sowie die Schilderungen der ehemaligen Häftlinge Bruins, Dekker van Dijk, Douwes, Evers, van Gend, Hell, Hofstra, Huisman, B.W., Zwart, Cocagne, Korusiewicz und Peter S.

Das in der Reihe Kulturregion Osnabrück erscheinende, mit Dokumenten, Fotos und Tafeln angereicherte Buch will die weitgehend verschüttete Geschichte des Lagers wieder ans Tageslicht bringen und sie so dem Vergessen und Verdrängen entreißen.